2. Juni 2021, 'nach Corona'
'Nach Corona' hat plötzlich eine andere Bedeutung. Für mich heißt es, wieder fit zu werden.
Vor über drei Wochen bin ich an Covid erkrankt. Kurz darauf meine Tochter und ein paar Tage später brach es bei meinem Sohn aus. (Alle britische Variante). Mein Mann ist seit Monaten geimpft und blieb gesund.
Die Kinder waren recht schnell wieder fit und mussten 'nur' die jeweils 14 Tage Isolation absitzen.
Mich hat es ziemlich zerlegt mit einem ganzen Potpourri an Symptomen und zwei Wochen fiebrig liegend, dann eine Woche noch schwach.
Jetzt geht es aufwärts, ich bin noch schlapp und am erholen aber es scheint überstanden.
Auch Geruch-und Geschmacksinn sind langsam zurück.
Mein Mann hatte vor lauter Geschmacksverlust Angst, dass ich plötzlich Schlager mag. Und beim Essen schmeckte halt alles nach Tofu...
Deshalb kam kein Tourbericht, die drei Auftritte mit Florian Schneider in der Schweiz (und ein weiterer hier in Puchheim) fanden ohne mich statt.
Für mich war es Anfangs schwer, diese unerwartete Vollbremsung zu einem blöden Zeitpunkt zu akzeptieren.
Dann hiess es, die Situation annehmen und aushalten.
Dazu kam die Erkenntnis, dass sich diese Körperschmerzen ganz anders anfühlen, als alle Krankheiten, die ich bisher hatte und dass es trotz Immunsystem stärken und sich an die hiesigen Regeln halten, einfach schnell gehen kann.
Und irgenwann spürte ich eine große Dankbarkeit, dass die Kinder und ich ohne Krankenhaus und schweren Verlauf durchgekommen sind, so mies es sich auch zeitweise angefühlt hat. Und wie toll und hilfsbereit das engste Umfeld reagiert hat.
Im Kopf habe ich schon wieder große Pläne, körperlich bin ich am "zu Kräften kommen" und dann werde ich langsam alles anpacken, was liegen blieb.
Jetzt, 'nach Corona'...
10. März 2021
Bühnenjubiläum und KOLUMNE!
Genau HEUTE, also quasi jetzt vor vier Jahren stand ich zum ersten mal auf einer Poetry Slam-Bühne! Wie es sich für Anfänger*innen gehört, war das in einem Jugendzentrum.
Ich werde nie vergessen, wie ich dort vor Aufregung zitternd meinen 'Kann Spuren von Müssen'-Text vorlas. Im Finale dann einen Zweiten, den ich aber nicht geübt hatte, da ich im Leben nie mit einer zweiten Runde gerechnet habe.
Das war der Anfang.
Auftritte und Träume wurden stets etwas größer. Einer meiner Träume ist seit Jahren, Kolumnen zu schreiben.
Vor ein paar Wochen, Mitten im Lockdown-Blues, rief ein netter Redakteur einer Lokalzeitung aus meinem Heimatkanton an.
Ob ich das Mundart-Autoren- Team ergänzen mag, fragte er, und dass man mich empfohlen hätte. (Danke ihr zwei!)
Natürlich sagte ich voller Überzeugung und Vorfreude „JAAA!“
So bin ich nun in einem tollen, illustren Team und darf immer wieder eine Baselbieterdeutsche Kolumne für die 'Volksstimme verfassen. ( https://www.volksstimme.ch )
MORGEN erscheint meine Erste! In der Großauflage, zusammen mit einem Portrait über mich. Ich bin so gespannt und auch etwas nervös, so ist es doch wieder ein kleiner NEUANFANG...
Wie damals vor vier Jahren, als ich mich auf die Bühne wagte.
Ich könnte jetzt noch einen Yogiteebeutel-Spruch à la „glaubt an eure Träume“ dran hängen oder was mit Zauber-innehaltender Anfang...
Das ist mir aber etwas zu pathetisch, schließlich ist es nur eine Spalte in einer Zeitung, mit der die Menschen einen Tag später ihre feuchten Schuhe ausstopfen oder das Katzenklo auslegen. 😉
In Vorfreude, neu-Kolumnistin Mary
(Kolumne unter Mundart Kolumne)

 

 

4.1.2021 Neues Jahr und Dankbarkeit!

Na, habt ihr euer Raclette- und Neujahrsessen verdaut und schon erste Versuche vorgenommen, das ganze durch mehr Bewegung zu kompensieren? 

Oder durch weniger Kohlenhydrate am Abend*?

Habt ihr '21' nach leichtem zögern schon auf Anhieb richtig geschrieben? (Ich nicht.)

 

Diese ersten Tage in einem neuen Jahr mag ich gerne!

Es fühlt sich heuer irgendwie etwas optimistischer an als sonst...

Nach diesem vergangenen Jahr, dem wohl wenige Menschen nachtrauern. 

Deshalb verzichtete ich auch auf einen ausführlichen Jahresrückblick.

 

Dennoch, 2020 geschah so viel Ungeheuerliches, was man nicht unerwähnt lassen sollte: 

Die Lindenstraße UND der IKEA-Katalog wurden für immer eingestellt! 

Beschissen, ich weiß. 

 

Aber Ironie aus, ich bin trotz allen nie vorstellbaren Ereignissen sehr DANKBAR für 2020. 

Darum werde ich, ohne auch nur einmal das C-Wort zu nennen, kurz drauf eingehen.

(Wer das nicht lesen mag kann bis zu den 5 Sternen weiter unten durchscrollen)

 

Ab jetzt.......

 

Du willst es lesen?

Ok:

Ich bin so dankbar, dass mein Papa diverse schwere Erkrankungen, viele Wochen Klinik und eine Herz-OP nicht nur überlebt hat - er ist inzwischen wieder richtig fit und den Krebs wird er auch noch besiegen.

 

Für den großen Freundes- und Familienzusammenhalt, grad auch in dieser schwereren Zeit in der ersten Jahrehälfte, bin ich sehr dankbar. 

 

Sowieso bin ich dankbar für viele wertvolle Freundschaften, für Menschen, die mir trotz Distanz sehr Nahe und für mich da sind.

 

Ich bin auch dankbar, in einem Haus mit Gärtchen leben zu dürfen. Dankbar für die Geduld und Gelassenheit meines Mannes und meiner Kinder in so unerwarteten Situationen wie 3,5 Monate Heimschule und allen Einschränkungen, denen wir ausgesetzt waren und sind. 

 

Dankbar, dass ich trotz geschlossenen Grenzen und Lockdown immer wieder in meine Heimat fahren konnte. 

 

Mit Florian Schneider (und einem super Team) auftreten zu dürfen und dass wir trotz der Umstände die halbe Tournee spielen konnten, dafür bin ich sehr dankbar! 

Und dass ich mich dabei auf der Bühne weiterentwickeln konnte.

 

Ich bin dankbar, dass ich einen Kindheitstraum erfüllen durfte und im Spätsommer das Matterhorn sah. 

 

Dass ich mit meiner Mobbigerfahrung, die ich in einem Podcast erzählte, andere Menschen ermutigen und berühren konnte. Und selber gemerkt habe, wie verarbeitet das inzwischen ist - dafür bin ich auch dankbar.

 

Und ich bin, dankbar, dass uns das Klopapier und die Nudeln nie ausgegangen sind.. :-)

 

***** (geschafft!)

 

Erkennen und schätzen, was zählt, was man hat, ist, kann, darf und wen man an seiner Seite hat - das hat mir das vergangene Jahr gezeigt.

Und das werde ich, zusammen mit den zwei angefressen Raclette-Pfunden, mit in dieses Jahr nehmen.

 

Dafür lass ich ein paar Erwartungen weg und versuche, möglichst Gelassen zu nehmen, was halt so kommt.

Jetzt zum Beispiel die Zeit daheim zu nutzen:

Nach ein paar schönen Tagen bei meiner Familie in der Schweiz, bin ich zurück im bayrischen Lockdown und in der (Pflicht-)Quarantäne. 

 

An 2021 sind ja - wie man so hört - sehr große Erwartungen gebunden. 

Es soll alles BESSER und lockerer werden und was es nicht alles nachzuholen gibt!

 

Was habt ihr euch so vorgenommen für dieses neue Jahr voller Hoffnungen? 

Und welche dieser Vorsätze davon schon wieder verworfen?

 

Ich nam mir vor, meine traditionelle Jahrescollage mit ein paar Bildern, die das vergangene Jahr ausgemacht habe, zu zeigen. Et voila!

 

Euch wünsche ich alles Liebe und gute Gesundheit für dieses Jahr und DANKE, dass ihr hier dabei seid, egal wie schnell ihr diesen Text überflogen habt.

 

Danke, du denkwürdige, in Erinnerungen bleibende Zahl 2020! 

Ich gehe jetzt die 21 schreiben üben. 

Auf den Ikeakatalog, den letzten seiner Art. 

Ansonsten hätte ich noch eine Packung Klopapier im Keller. 

Es war ja nicht alles schlecht...;)

So long, Mary

 

 *   PSSSST! 

Kohlenhydrate wissen gar nicht, wann Nacht ist und sie uns dick machen müssen. 

Glaub ich. 

Also genießt dieses Jahr....

 

 

 

 

24. 9.2020: Glanz & Gloria

 

"Grossmutti, lueg, ich bi im Fähnse."

Ein Bericht über Florian Schneider und mich lief heute im Schweizer Fernsehen! Die Sendung 'Glanz&Gloria' hat uns auf der Premiere besucht, hier die Sendung dazu:

 

 

 https://srf.ch/play/tv/redirect/detail/7cf3538b-df52-4886-82a5-1c99460e4300

 

 

 

Juni 2020: LOW CARB...

"Keine Termine und leicht einen sitzen":
Poetry Slammerin macht jetzt LOW CARB Kunst - also Brotlose.


Ok, der war schlecht.
Aber er lag so da....

Aus den bekannten Gründen sind ja seit Mitte März alle Live-Termine abgesagt oder - einer davon - verschoben worden.


Esa gint aber Grund zur Freude und Optimismus: Alle Termine für den Herbst/Winter mit Florian Schneider stehen fest, jawoll, DIE TOUR IST FIX!


Wir spielen zusammen in 10 Orten im Baselbiet, bzw. zwei ännet der Kantonsgrenze in Basel und Buchegg.

Dazu kam ein zusätzlicher Auftritt, wo ich auch ein kurzes Solo spielen darf.

 

Alle diese Termine findet ihr in selbiger Rubrik, ich werde sie laufend aktualisieren, wenn was rein kommt.

 

Ich freue mich, wenn es zurück auf die Bühne geht und hoffe sehr, die Pandemie macht uns keinen Strich durch die Künstler-Rechnung.

9. Mai 2021, Muttertag

 

'Muttertag'.
Jedes Jahr werde ich etwas nachdenklicher, wenn dieses Wort im Kalender steht oder einem neben pinken Blumen und Schokolade in Supermärkten in die Augen springt.
(Und nur rasch am Rande, wer bitte kauft eigentlich zwei Wochen davor einen rosa Strauß und welche Marktforschung fand heraus, dass diese - zusammen mit Herzpralinen - am besten ankommen?)
Aber macht dieser eine Tag im Jahr den Frauen, die keine Kinder haben wollen oder können, nicht schonungslos deutlich, dass sie eben keine Mütter sind?
Oder ruft er gar Schmerz hervor auch bei denen, die keinen Kontakt oder keine Mama mehr um sich haben?
Oder braucht es diesen Tag dringend, um die Wertschätzung für Mütter auch bei denen zu wecken, die an den restlichen 364 Tagen nicht darüber nachdenken? (Andererseits reicht dann, meiner Meinung, nach EIN einzelner Tag auch nie aus, um die vielseitigen Leistungen der Mutter zu würdigen.)
Ich wünsche mir daher noch mehr alltägliche Wertschätzung und Dankbarkeit unseren Mitmenschen gegenüber, egal in welchem Verhältnis man zueinander und welcher Tag im Kalender steht.
Unsere Patenoma zum Beispiel, nicht mal verwandt, aber wir sind dankbar für sie in unserem Leben.
Während ich das hier schreibe, höre ich unten in der Küche Geschirr klappern.
Aus dem Dachfenster beobachte ich ein großes Krähennest im Baum gegenüber, zu dem Mama Krähe immer wieder mit vollem Schnabel fliegt. Große, schöne, schwarze Rabenkrähen.
Ich empfinde es nach über zwölf Jahren immernoch als riesen Freude, Verantwortung, Privileg und das GRÖSSTE GESCHENK, dass ich Mama sein darf.
Und ganz egal, ob mir meine Kinder nachher etwas Gebasteltes auf den Frühstückstisch legen oder vergessen, diesen danach auch abzuräumen. Ich empfinde einfach tiefe Dankbarkeit.
Auch meinem Mami gegeüber, die immer für mich da ist.
Die Rabenkrähenmutter vor dem Fenster verlässt gerade wieder das Nest für einen neuen Futter-Flug.
Warum sagt man eigentlich Rabenmutter? Die Raben geben doch, soweit ich das beurteilen kann, auch einfach nur ihr Bestes. Und wie die meisten Mütter fühlen sie sich dabei wahrscheinlich nie perfekt.
Ich wünsche euch einen schönen, sonnigen Sonntag mit hoffentlich guten Gedanken!
Foto: Tatsächlich war der Tisch gedeckt, Herzen der Kids und das Krähennest. Als Rahmen natürlich Blümchen, wie es sich gehört 😉
PS. Sie haben den Tisch auch wieder abgeräumt. Nur die Krümel liegen noch da, aber auch Kinder sind nie perfekt 🙂
Februar 2021: Vierzig...
DONG, DONG, DONG.
Bumm, bumm, bumm, bumm, bumm...
KLOPF. KLOPF. KLOPF.
Ich atme ein, ich atme aus.
Das Klopfen und Hämmern verändert sich alle paar Sekunden.
Das muss wohl so sein, deshalb habe ich einen Kopfhörer auf, während ich 'in der Röhre' liege.
MRT, das dritte Mal innerhalb von zwei Wochen.
Angst habe ich nicht, ich sehe es als Notwendigkeit.
(Mag hier aber weder Mitleid erhaschen noch auf die Probleme eingehen, die mich abermals in dieses medizinische Hightech-gerät mit Klopfhintergrund geführt haben.)
Während die Röhre hämmert, kreisen meine Gedanken.
In weniger als zwei Monaten werde ich 40.
VIERZIG!
Eine Zahl, die mir als Alter keine negativen Gedanken macht.
Im Gegenteil, ich sage ja seit Monaten schon, ich sei 'knapp 40' oder 'bald 40', da ich 'Neununddreißig' als Alter einer Frau irgendwie doof finde.
39 sein heißt zwar noch in den Dreißigern sein, aber körperlich meist in der zweiten Lebenshälfte angekommen.
Den Wechseljahren näher als der fruchtbarsten Zeit und doch noch keck die Drei vorne und alle Möglichkeiten offen haben.
'Ich bin 39 Jahre alt' zu sagen, fühlt sich für mich an, wie eine dieser Frauen, die das mit Ende 40 jedes Jahr so sagen und dabei etwas zu laut kichern.
Außerdem sehe ich die Zahl 39 als Synästhetikerin in einem matten, dunklen Senf-gelb, auch nicht so schön. Die 40 hingegen ist schön, tief dunkelrot, fast glänzend.
Ich werde in der Röhre ein Stück zurück gefahren, das Hämmern hat aufgehört. Was habe ich mit diesem Körper alles gemacht in meinem bisherige Leben.
Zu viel? (getragen, geschleppt, gehockt, gestanden, ignoriert und ausgehalten?)
Oder auch einfach zu wenig? (Muskeln aufgebaut, geschont, drauf geachtet, gepflegt?).
Es gibt Spuren der Zeit, die sich mit der teuersten Kosmetik nicht groß aufhalten lassen.
Ich finde ja, irgend, irgendwann sollte man sein Gesicht einfach nicht mehr in einem Vergrößerungsspiegel anschauen. Irgendwann wachsen einem Haare wie Borsten und diverse Körperteile sehen nun mal nicht mehr aus wie damals, mit Anfang 20.
Das ist okay, in meinem Kopf und meinem Erfahrungs-Rucksack sieht es auch nicht mehr aus wie damals.
Es klopft wieder.
Durchleuchte mich, du Magnetresonanzhöllengerät. Ich lausche den abgedämpften Geräuschen und nehme mir vor, mir selber zum runden Geburtstag mehr Achtung zu schenken.
Für mein Inneres - und ich meine nicht mal nur die Knochen und Wirbel.
Komm ruhig du schöne, dunkelrote Zahl, wir machen es besser als jetzt, mit 'Ende Dreißig'.
Ich atme ein, ich atme aus.
Und kurz lächle ich die graue Röhre an, während ich weiter dem Hämmern und meinen Gedanken lausche.

 

 

 

19.9.2020: Liebes Tour-Tagebuch...

 

Ok, das wollte ich schon immer mal schreiben, denn jetzt bin ich quasi "auf Tour".

(wenn auch mit wochenlangen Pausen und jeweils nur 1-2 Auftritten...)

 

Gestern war die Premiere! 

Ich bin noch am Gedanken, Eindrücke, Komplimente und Erfahrungen sortieren...

 

Das Konzept - Flo Schneider spielt mit seiner Band Lieder und ich trage dazwischen meine Texte vor, ging auf. 

Der Tipp, beziehungsweise die Veränderung, dass ich alles auswändig und vor allem auf schwiizerdütsch erzähle, fühlte sich für mich gut und richtig an.

Die neuen Lieder von Flo....großartig!

 

Natürlich kann ich hier und da was ändern, verbessern, mich steigern. 

Alles in allem war das ein sehr aufregender und schöner Tourstart inklusive Presse, Interviews vom Schweizer Fernsehen (die Sendung heisst Glanz&Gloria), mit der Plattentaufe und am Ende viel Erleichterung meinerseits.

 

Danke lieber Flo für Dein Vertrauen und deine Tipps! 

Danke an alle, die da waren. 

Auch die nicht physisch anwesenden, die weiter weg die Daumen gedrückt hatte. 

Danke an das tolle Team der oberen Fabrik Sissach!

 

Seit zwei Jahren existiert die Idee, seit einem Jahr haben wir konkrete Pläne und jetzt läuft die ganze Sache, ich freue mich auf alle neun, noch kommende Abende!

 

Nächster Halt: Fr, 16.10. Theater Palazzo Liestal & So18.10. Biberist/SO.

Alle weiteren Tournee-Daten hier auf der Seite